Are Wading In The Shallows (2016)

|AmericanaUK|
Sufjan Stevens inspired album that reaches beyond the Americana form. Protestant Work Ethic is the brain child of Simon Usatys who collects and collaborates with a vast array of musicians on this, his latest release, "Are Wading in the Shallows". This record is dense in its arrangements and one can find a myriad of different cubby holes and crannies to get lost in from the Sufjan Stevens inspired "How About That" (which incorporates massed chorus lines to great effect) to the sparser "Lots of Luck" (which pits a gloomy bass vocal with a falsetto reply to create a haunting duet). "Are Wading in the Shallows" requires some effort on the listener’s part to fully appreciate and arguably all best records demand this to an extent. In this case perseverance will reward with a collection of songs that offer a subtle and mysterious take on the roots Americana genre.


|Falter|
Da, schau: Ein Cowboy, der einen rosa Hut trägt! So kann man es natürlich auch machen: Die Wiener Americana-Formation Protestant Work Ethic eröffnet ihr Album "Are Wading in the Shallows" (Konkord) mit leisetreterischer Melancholie, einem klassischen Rausschmeißer also. Wagt man ob des zitternden Gesangs kaum zu atmen, ruft das Banjo gleich im zweiten Stück gut gelaunt "Hoppauf, gemma!", nur dass eben kein Macho-Cowboy mit kratzigem Timbre, sondern ein filigraner Schöngeist mit bezaubernder Stimme singt (vermutlich ist sein Stetson auch blassrosa statt schwarz). Zwischen intimer Reduktion, behutsamer Dramatik und Wegschütteln auf dem Kuhbubentanzboden gehen Protestant Work Ethic auch in der Folge eigene Wege, wobei die leisen Töne letztlich eindeutig regieren. Die Streicher sind traurig, der Chor ist stimmungsvoll, behutsame Bläser gibt es auch, und die klassische Songform wird gern einmal aufgelöst.


|Augustin|
Der Bandname muss ein Rauschkind sein: "... Beruf, Stand, Gott, irdisches Streben in den Schranken der gegebenen Lebensstellung ..." Auf die Musik hat der Bandname dann glücklicherweise dann doch keine Auswirkungen. Simon Usaty ist durch Max-Weber-Lektüre auf den Namen gestoßen, und jetzt können wir das Betbuch auch schon wieder schließen. Was ursprünglich als Solo-Projekt begonnen hat, ist zum Bandformat gereift. Unaufgeregt feinsinniger Country-Folk aus der 30er-Zone in erhöhter Stimmlage. "Are Wading In The Shallows" ist ein Balladenschmuckkästchen für Wanderungen durch das verwunschene Tal. So schön, dass es manchmal wehtut. Songs wie "How About That" lassen an eine Freddie-Mercury-Schmonzette denken und bleiben dennoch unkitschig. Zwischendurch wird die Reisegeschwindigkeit geringfügig angehoben ohne jede Gefahr von Raserei. Weiters mit dabei: ein Banjo, Chöre, Engerl-Bengerl-Duette, Worksongs und vor allem Gänsehaut.


|Neue Szene Augsburg|
Lieber zu spät gemerkt als zu früh verpasst! Die Scheibe der Wiener Band ist bereits im Februar erschienen (Danke ans Trust), aber einen Sommer ohne möchte ich mir eigentlich nicht mehr vorstellen. Ganz unösterreichisch geht's hier im astreinsten Americana-Folk durch die Blumenwiesenprärien, als ob Conor Oberst in Favoriten geboren worden wäre und es vor lauter Achtelseligkeit nie über Simmering hinaus geschafft hätte. Unheimlich warme Platte (auf einem nicht minder sympathischen Label), die zwischen stürmischer Zurückhaltung und höflicher Dringlichkeit einige Hymnen in die ewige Musiktruhe legt. Habe die Ähre!


|Music In Belgium|
Retour de ce groupe atypique autrichien, qui évolue aux confins du folk-rock et de la country dans un style plutôt épuré. Voilà donc le nouvel opus composé en réalité en 2015, et qui nous parvient aujourd'hui pour poursuivre notre voyage au sein du folklore américain. Tel un recueil de chansons émotionnelles et sensitives, les musiciens ont continué sur la voie d'un travail posé et méticuleux. D'ailleurs c'est tout en douceur que nous commençons notre visite à travers l'album, avec une ballade typiquement country qui allie guitare acoustique, banjo et piano. Un chant émotif et une guitare électrique complètent le tableau, pour une composition proche d'un Neil Young ou d'un Elliott Murphy. La sobriété est ici de mise avec même un passage temporisé où, chant et instruments glissent sur du velours. Le banjo qui s'accélère ensuite, nous replonge dans l'univers d'une certaine scène alternative américaine des années 80 à 90, nous rappelant des groupes tels que les Beat Farmers ou les Long Ryders. On reste encore dans un canevas simple et direct où, sincérité et émotion constituent l'essentiel de la démarche des musiciens. Les chansons se suivent en poursuivant le voyage à travers une Amérique profonde, une Amérique agraire propre aux Etats du Sud comme le Texas ou la Louisiane. Concernant la musique et si le tempo semble parfois lent, il est malgré tout en adéquation avec le but poursuivi par le groupe, avec même des passages proches de Nick Cave ou Peter Case (The Plimsouls). Protestant Work Ethic reste ici fidèle à sa propre éthique, proposer un travail constitué de folk-rock et de country-rock, respectant les traditions de la musique américaine. Peut-être long et lancinant pour certains, cet album est destiné à un public de mélomanes et d'amoureux des traditions américaines.

Rush For Second Place (2013)

|Augustin|
Das Banjo wird immer beliebter, Stefan Deisenberger von Nowhere Train verwendet es, Ernst Molden nimmt es immer öfter zur Hand und eben Protestant Work Ethic. Eigentlich ein Uninstrument, aber man gewöhnt sich dran. Besser noch, wenn sich der Waltons-Effekt aus der Erinnerung verflüchtigt hat, klingt es wirklich leinwand, siehe oben genannte. Und im Übrigen bleibt die Gitarre dann doch das Hauptinstrument. Der Songwriter Simon Usaty erdachte sich seine Protestant Work Ethic ursprünglich im Soloformat. Inzwischen zur Combo gewachsen präsentieren PWE ihren Folk-Pop – oder soll ich als Zugeständnis an den Zeitgeist Americana sagen – vollkommen unaufgeregt. Bitte jetzt nicht an langweilig denken. Nur unaufgeregt, gespickt mit viel Feinsinn, Melancholie und so Gimmicks wie gefühlvollen Bläsern. "Rush For Second Place" ist kein Kracher, PWE sind eben die Feinmechaniker im heimischen Americana-Regal. Mucke und Aufregung bleiben vor der Tür. Das hat was.


|Music Austria|
Simon Usaty zählt zu jener Sorte von Liedermachern, die ihr Glück vor allem in der edlen Zurückhaltung suchen. Der Wiener setzt in seiner Musik bewusst nicht auf laute Töne, vielmehr ist er bestrebt, auf leisen und dezenten Sohlen Eingang in die Herzen der Menschen zu finden. Was ihm, wie man auch auf dem vor wenigen Wochen erschienenen neuen Album seines Bandprojekts Protestant Work Ethic "Rush for Second Place" (Konkord Records) sehr schön hören kann, auch ganz vortrefflich gelingt. In der bewussten Unaufgeregtheit und Ruhe liegt die Kraft. Zu diesem Schluss kann man zumindest kommen, lauscht man den neuen Songs von Protestant Work Ethic. Simon Usaty, der führende Kopf dieses 2003 ins Leben gerufenen Singer-Songwriter-Folk-Projekts, verzichtet auf seinem zweiten Album "Rush for Second Place", wie schon auf seinem Debüt, bewusst auf alles Überbordende und Ausufernde. Der Wiener legt den Fokus auf die Einfachheit und Zurückhaltung, er reduziert seine Musik auf die eigentliche Essenz, was im Ergebnis letztlich zu einem Mehr an Atmosphäre führt. Seine insgesamt zehn Songs sind einer sehr eindringlichen, unmittelbaren und emotionalen Natur, sie wissen zu berühren, gehen schnell ins Ohr und sorgen in manchen Momenten auch richtiggehend für Gänsehaut. Und das ganz ohne, und hier zeigt sich deren wahre Stärke, sich in irgendeiner Form in der sonst so üblichen mainstreamtauglichen Oberflächlichkeit zu verlieren. Die durch Simon Usatys gefühlvolle Stimme zum Ausdruck gebrachte Melancholie ist eine sehr authentische, von jedem unnötigen Pathos befreite und erfreulicherweise alles andere als klischeebeladene. Stilistisch zwischen modernem Liedermachertum, Country, Folk, ein wenig Americana und Pop agierend, formt sich der Wiener gemeinsam mit seinen Mitmusikern Stephan Bauch, Philip Pfleger, Jörg Kammerhofer und David Schweighart Akustik-Nummern (in manchen Passagen treten eine Violine oder einer Bläserfraktion hinzu), die in einen warmen Gesamtsound gehüllt, ihren ganz eigenen Charakter entwickeln. Man fühlt sich auf seltsame Weise irgendwie aufgefordert, näher hinzuhören, sich mit dem Dargebotenen näher auseinanderzusetzen und es einfach wirken zu lassen.

The Jar And Shock (2009)

|Intro|
Nachdem sich das formidable Wiener Label Valeot zuletzt mehr in Gefilden der freieren Musik bewegte, ist man mit dem zweiten Album der einheimischen Protestant Work Ethic wieder ein Stück weit in Richtung Song gerückt. Zumindest vordergründig scheint das so: Eine Gitarre wird ganz klassisch gezupft, die Arrangements sind hübsch naturalistisch. Doch dahinter liegen Strukturen, die mit dem konventionellen Songformat wenig zu tun haben. Darin erinnert PWEs Hauptakteur Simon Usaty an Jim O’Rourke oder David Grubbs, und auch seine technischen Fertigkeiten reichen an diese Koryphäen heran – auch wenn er weniger mit Country zu tun hat als die beiden. Das klanglische Set seiner Songs bleibt angenehm offen, er hat für "The Jar And Shock" vieles ausprobiert – und vieles ist ihm gelungen. Ihre Platte ist ein Musiker-Album im besten Sinne, ein hybrides und vielseitiges Werk, das sich lose an den Maßgaben von Folk orientiert. Darin sind PWE etwas Besonderes und passen nun wieder sehr gut zu ihrem immer qualitätssicher agierenden Label.


|Freistil|
Mit "The Jar and Shock" hat der Wiener Simon Usaty größtenteils im Alleingang – teils mit Begleitband im Rücken – sein zweites Album für FreundInnen von leisen Gitarrenklängen, sparsam arrangierten Klanglandschaften und Songwriter-Handwerk eingespielt. Es wimmelt nur so von feinsinnig arrangierten Songs, basierend auf Banjos, Ukulele und Akustik-Gitarre und dem anrührend melancholischen Gesang. Gleichzeitig sind die Stücke bewusst einfach und stringent strukturiert. Damit werden zwar auch experimentelle Momente außen vor gelassen, die eine gewisse Unverkennbarkeit von Protestant Work Ethic stützen würden, aber Usaty schafft gleichwohl dadurch gekonnt kleine Mikrokosmen, die stimmig zusammengehalten werden durch ihren ruhigen melancholischen Folk-Pop. Zeitweise ist die Stimme nur durch ein brüchiges reduziertes Instrumentengerüst unterstützt. Dass es aber auch ganz beschwingt gehen kann, bringt Usaty im ebenso mitreißenden wie sehnsuchtsvollen Opener "Softer Waves" auf den Punkt. Beide Wege stehen den introvertierten Songs sehr gut zu Gesicht!

Turned, And Turning EP (2007)

|Tokafi|
Cooper was wrong: Quietly blossoming songs on guitar, banjo and ukulele.
When two related events happen at the same time, Special Agent Dale Cooper was eager to point out, there can never be a coincidence. So what to make of the simultaneous report that Garth Brooks has officially been confirmed as the best selling artist in American history and the release of Protestant Work Ethic's "Turned and Turning EP"? While Brooks approaches Country with the instrumentation of Soft Rock, the bublegum-immediacy of Pop and the cool professionalism of the Nashville production machinery, Simon Usaty steps into the limelight bare and with nothing but his voice, a guitar, an ukulele, an accordeon and a banjo. On record, even more than in the live situation, when his quietly blossoming songs are supported by some of his closest friends, Usaty's music is a more accurate psychocardiogram than any shrink could ever devise. Having said that, some of the pieces collected here, two of them instrumental, date back quite some time. In fact, "Turned and Turning" is a sort of "Best Of" culled from Usaty's debut album released in 2005 and therefore reflects his sentiments in a backwards-mirror. On the other hand, for a music as timeless and – to a certain degree – nostalgic as this one, that may actually be a good thing: Doesn't looking into the past bring us up to date with our current emotions, after all? So maybe that is what this work is: A glance over one's shoulder with a smile and a tear. Usaty sings with a soft, unagitated and consolingly sad voice, as if delivering a lullaby, his tracks are coloured in the warm bronzen timbre of Country and Folk and do not need triumphant chorusses to leave an impression – even though songs like bittersweet opener "Set Out to take On" or the aching "Clap Clean Hands" both have plenty melodic power. And when Simon holds his breaths and lets his instruments speak, the EP sinks even deeper into its reverie. As the press release correctly points out, this kind of music is not all too often being written in Europe, where it often ends up as epigonism or as a fantasy detached from reality. On the other hand, Protestant Work Ethic are not a roots band. To Usaty, these genres are merely tools for expression, rather than blueprints for a quasi-cover approach. Cooper was wrong: There is no relation whatsoever between Garth Brooks and these timeless tunes.